Pferdegesundheit: Informationen zum West-Nil-Virus

Das West-Nil-Virus ist ein Erreger der ursprünglich aus Afrika stammt. Er wird durch Stechmücken übertragen und befällt Vögel, Katzen, Pferde und Menschen. In den letzten Jahren wurde das Virus bei Vögeln und Pferden in Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen. Im Jahr 2019 gab es den ersten nachgewiesenen Fall einer in Deutschland erworbenen West-Nil-Virus-Infektion beim Menschen.

Das Vorkommen bei Vögeln oder Pferden ist in Deutschland eine anzeigepflichtige Tierseuche. Seit 2016 ist, nach Paragraf 7 des deutschen Infektionsschutzgesetzes, der direkte oder indirekte Erregernachweis beim Menschen an das Gesundheitsamt namentlich meldepflichtig, wenn der Nachweis auf eine akute Infektion hindeutet.

Infektion beim Menschen

Eine Infektion mit dem West-Nil-Erreger verläuft in 75-80% der Fälle “stumm”, d.h. ohne erkennbare Krankheitssymptome. Bei milden Formen treten grippeähnliche Symptome auf wie:

    • Fieber
    • Schüttelfrost
    • Kopfschmerzen
    • Rückenschmerzen
    • Übelkeit/Erbrechen
    • Lymphknotenschwellungen

Bei 50% der leichten Fälle tritt ein Hautausschlag am Rumpf auf.

Bei 1% der Erkrankten kommt es zum schweren Verlauf mit einer HIrnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnhautentzündung (Enzephalitis).
Symptome sind:

    • hohes Fieber
    • Kopfschmerzen/Nackensteifheit
    • Lähmungen
    • Krampfanfälle
    • Seh- & Hörstörungen

50% der Patienten mit einer Ezephalitis behalten Spätschäden zurück, die auch Herz, udn Leber betreffen können. Bei 15-40% dieser Patienten verläuft die Krankheit tödlich. Eine Schutzimpfung für Menschen existiert bisher nicht.

West-Nil-Virus (Bildnachweis: US Centers for Disease Control and Prevention)

West-Nil-Virus-Infektion beim Pferd

Auch beim Pferd verlaufen 75-80% der Infektionen stumm.
Ein leichter Verlauf zeigt sich auch hier als fiebrige Allgemeinerkrankung. Bei einem schweren Verlauf kommt es zu starken neurologischen Symptomen wie vermehrtes Stolpern, Hinterhandlähmungen, Muskelzittern und Festliegen. 22-44% dieser schweren Verläufe enden tödlich.

Seit 2019 rät die ständige Impfkommission Verterinärmedizin am Friedrich-Löffler-Institut, Pferdebestände in den betroffenen Gebieten zu impfen.

Durch die vermehrten warmen Winter wird in Zukunft eine weitere Verbreitung des Virus erwartet, deshalb wird langfristig eine flächendeckende Impfung in Deutschland angestrebt.

Es existieren derzeit drei inaktive Impfsoffe für Pferde, die alle gut verträglich sind. Ab einem Alter von 6 Monaten kann jedes Pferd geimpft werden, auch tragende oder laktierende Stuten.

Die Grundimunisierung besteht aus zwei Injektionen im Abstand von 4-6 Wochen, wobei der Schutz bereits 3 Wochen nach der ersten Injektion aufgebaut wird. Danach ist eine jährliche Auffrischung erforderlich.

Mögliche Nebenwirkungen wären eine lokale Schwellung an der Injektionsstelle, eine Temperaturerhöhung für ein bis zwei Tage kann ebenfalls vorkommen.

Dass die Impfung wirkt zeigt sich am Beispiel der USA und Kanadas. Dort hatte sich das Virus 1999 bis 2002 landesweit ausgebreitet. In dieser Zeit stieg die Zahl der Erkrankungen bei Pferden auf über 15.000 Fälle. Seit din den USA flächendeckend geimpft wird, hat sich die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen auf 300 reduziert.

Aktion “Sammelimpftermin

Unser Vereinsmitglied Sabine Seegers hat sich freundlicherweise bereit erklärt, für interessierte Pferdebesitzer einen Sammelimpftermin zu organisieren, um die Kosten und den Organisationsaufwand niedrig zu halten. Interessierte Pferdebesitzer können sich noch bis zum Sonntag den 12.01.2020 in die Liste am Schwarzen Brett an der Reithalle eintragen.

Weitergehende Informationen

Mini-Webinar zum Thema West-Nil-Virus freundlicherweise zur Verfügung gestellt durch Dr. Kai Kreling (http://www.pferdegesundheitonline.de)

Wikipedia-Artikel:

West-Nil-Virus

West Nil Fieber